Warum hat jeder Bock auf Bruderwohl?

Leitner Andi
Bezahlter Inhalt

„Zurück zum Ursprung“ ist BIO, das weiter geht. Die BIO-Eigenmarke von HOFER nimmt diesen Claim ziemlich ernst und beweist es immer wieder mit neuen Richtlinien, Initiativen und Projekten. Eines davon ist das Projekt „Bruderwohl“.

Ronald ist nicht nur Imker und BIO-Bauer, sondern auch Ursprungsbauer in spe. Seit dem Frühling durchleuchtet er die BIO-Marke „Zurück zum Ursprung“, um herauszufinden, wie er seinen Bergbauernhof nicht nur ökologisch, sondern auch wirtschaftlich nachhaltig führen kann. In der aktuellen Folge hat er sich das Thema „Bruderwohl“ vorgenommen und dazu einen der Mitverantwortlichen für dieses Projekt getroffen: Stephan Pöchtrager von der Werner Lampert Beratungsges.m.b.H.

Stephan Pöchtrager von der Werner Lampert Beratungsges.m.b.H.

Bauernbub aus dem Mühlviertel, Projektmanager bei der Werner Lampert Beratungsges.m.b.H. und einer der führenden Köpfe hinter dem Projekt "Bruderwohl": Stephan Pöchtrager.

Ronald: Hello Stephan, ich hab ein paar Fragen zum Thema „Bruderwohl“. Was ist das genau und warum braucht’s sowas überhaupt? 
Stephan: Spannende Frage! Wir haben das Projekt „Bruderwohl“ ins Leben gerufen, weil wir blinde Flecken entdeckt haben, die aufgrund der zunehmenden Spezialisierung in der Landwirtschaft entstanden sind. Zum Beispiel bei den Legehennen – da sind die Hähne oftmals der Geburt getötet worden. Wir schaffen mit dem Projekt „Bruderwohl“ wieder alternative Absatzkanäle für die Bäuerinnen und Bauern und damit die Möglichkeit, die männlichen Tiere unter biologischen Bedingungen aufzuziehen und zu hochwertigen Produkten zu verarbeiten. 

Ich kenn das so ähnlich von meinen Bienen. Sobald die Drohnen, also die männlichen Bienen, die Königin begattet haben, werden sie im Stock quasi nicht mehr gebraucht und rausgeschmissen. Aber warum gibt’s das auch in der Landwirtschaft? 
Das ist ein spannender Vergleich, aber er hinkt ein bisschen. Zum Beispiel werden die männlichen Küken ja nicht rausgejagt oder vertrieben, sondern direkt nach dem Schlüpfen getötet. Der Hintergrund ist die Wirtschaftlichkeit. „Legehennen“-Hähne legen nicht so schnell zu und haben daher weniger Fleisch, vor allem bei Rassen mit hoher Legeleistung.
Wir denken aber, man muss das Thema Landwirtschaft ganzheitlich betrachten und auch die Verantwortung für die männlichen Jungtiere übernehmen.

Stephan Pöchtrager mit Ursprungsbauer Ronald

Stephan und Ronald auf Tour: In der Doku "Der Ursprungsbauer" gehen die beiden auch der Frage nach, wie man Nachhaltigkeit ganzheitlich betrachten kann.

Wie hat das alles angefangen?
Als wir diesen blinden Fleck entdeckt haben, wollten wir Lösungsansätze liefern. Wir haben 2015 also das Projekt "Hahn im Glück" gestartet – da haben wir es geschafft, dass wir auch alle Brüder der Legehennen, also alle Hähne, artgerecht großgezogen und hochwertig weiterverarbeitet haben. Mittlerweile haben wir das Projekt auch auf andere Tierarten ausgeweitet, daher der neue Name „Bruderwohl“.

Was heißt artgerecht bei „Zurück zum Ursprung“ eigentlich?
Artgerecht heißt bei uns zum Beispiel 100 % BIO-Futter aus Österreich, täglicher Auslauf, keine Enthornung bei den Ziegen, kein Kupieren der Schwänze bei Schafen und, und, und. 
Grundsätzlich geht es uns einfach darum, dass wir die tierartspezifischen Bedürfnisse berücksichtigen. Zum Beispiel strukturierte Ausläufe mit vielen Klettermöglichkeiten und keine Enthornung bei den Ziegen oder kein Kupieren der Schwänze bei Schafen. Bei den Wiederkäuern achten wir auch darauf, dass sie bei uns hauptsächlich Raufutter bekommen, also Wiesen- und Weidefutter. Die Weidehaltung ist generell sehr wichtig und daher auch bei all unseren Wiederkäuern vorgeschrieben.

Warum genau?
Die Weidehaltung hat den großen Vorteil, dass sich das Tier dabei das Futter selber holt und zugleich die Weide düngt. Es nimmt den Bauern damit also die Arbeit ab und spart auch Diesel ein. Gleichzeitig speichert Grünland auch große Mengen an CO2.

Kommen die Hennen auch auf die Weide?
Ja, da braucht es bei uns pro Henne 10 Quadratmeter Weidefläche. Die gehen aber nur raus, wenn sie dort auch Schutz vor Greifvögeln und der Sonne haben, also schreiben wir hier auch Hecken, Bäume oder andere Schattenspender vor. Das sind nur einige Bereiche, in denen wir Vorreiter sind. In der Doku „Der Ursprungsbauer“ kann man sich das aber näher anschauen.
Was ich aber besonders betonen möchte: Dank unserer strengen Richtlinien sind wir die einzige BIO-Marke, die auf allen tierischen Produkten das Siegel „Tierwohl kontrolliert“, das von unabhängigen Tierschutzvereinen vergeben wird, tragen darf. 

Da bleibt jetzt nur noch eine Frage offen: Wie kann man das Projekt "Bruderwohl" jetzt unterstützen?
Das ist ganz einfach: In dem man die „Bruderwohl“-Produkte von „Zurück zum Ursprung“ bei HOFER kauft. Die sind nämlich alle ganz einfach am entsprechenden Logo zu erkennen.

Logo-Bruderwohl

Einfach zu erkennen: das "Bruderwohl"-Logo.


Alle Infos zum Thema gibt’s hier.
Zurück zum Ursprung