Von Schwoaga Andi

Hilti, Spax und Flex: Wie heißen die Dinger eigentlich wirklich?

Die allwissende Liste – 7 Dinge, von denen du immer sprichst ohne ihre echten Namen zu kennen.

Echte Männer verwenden keinen Winkelschleifer, sie flexen. Sie schrauben auch nicht, denn da wird gespaxt und natürlich hat jeder von ihnen eine Hilti in der Werkstatt hängen. Wenn mal was kaputt geht, greifen wir zum Pattex, die erwachsene Variante von UHU, und wenn wir etwas Wasserdichtes suchen, werfen wir einfach mal das Wort Gore-tex in den Raum. Den Jeep (meistens von Suzuki) waschen wir mit dem Kärcher und spritzen das Bobby-Car vom Kleinen gleich mit ab. Und dann gehen wir rein, werfen uns ordentlich Maggi in die Suppe und googlen mal, warum wir zwar ständig von Tupperdosen reden, aber nur eine stinknormale Plastikschüssel meinen.

Der Grund ist einfach: Wir sind faul. Warum sollte man auch Bohrhammer oder Winkelschleifer sagen, wenn einem Hilti und Flex so viel lockerer und schneller von der Zunge geht? Kurioserweise tun wir diesen Unternehmen damit aber keinen Gefallen. Im Gegenteil, denn Markennamen, die in den allgemeinen Sprachgebrauch übergehen, können rechtlich nicht mehr geschützt werden. Aber genug davon. Du bist doch wegen etwas ganz anderem hier. Hier ist sie: Eine unvollständige Liste für alle, die sich schon mal gefragt haben, wie Hilti, Spax und Co in Wirklichkeit heißen.

Hilti

Das Unternehmen aus Liechtenstein landete 1967 mit der Hilti TE 17 seinen größten Coup. Für den elektropneumatischen Bohrhammer war auch härtester Beton kein Problem und verbreitete sich daher so schnell, dass man überall nur von Hilti sprach.

Flex

Die beiden Deutschen Hermann Ackermann und Hermann Schmitt brachten 1935 den ersten Winkelschleifer mit dem klingenden Namen FLEX auf den Markt. Mittlerweile gehört das Unternehmen zu einer chinesischen Holding, der Name hat sich aber auf den gesamten deutschsprachigen Raum ausgebreitet.

Spax

Seit 1823 stellt ALTENLOH, BRINCK & CO, kurz ABC, im deutschen Ennepetal mit der Schrauben und Verbindungselemente her. 1967 präsentierte das Unternehmen schließlich die Universalschraube SPAX – und trat damit einen weltweiten Siegeszug an. Seither wird gespaxt ohne Ende. Und auch ohne Vorbohren. 

Kärcher

Anfangs produzierte Alfred Kärcher noch Salzbadöfen, Tauchheizkörper und Tiegelöfen für den industriellen Einsatz, aber mit der Entwicklung des ersten europäischen Heißwasser-Hochdruckreinigers KW 350 im Jahr 1950 legte der Deutsche den Grundstein für den Mythos Kärcher. 

Inbus

Was wir heute als „Imbusschlüssel“ bezeichnen, heißt eigentlich  Innensechskantwinkelschraubendreher und geht auf die deutsche Firma Bauer & Schaurte zurück, die sich das System 1936 patentieren lies. Allerdings unter dem etwas schwerfälligen Namen „Innensechskantschraube Bauer und Schaurte“, kurz INBUS. Aus sprachökonomischen Gründen hat sich in vielen Gegenden aber ein „m“ eingebürgert.

Simmering

Was viele nicht wissen: Auch der Simmerring ist ein Markenname. Benannt wurde er übrigens nach dem österreichischen Ingenieur Walther Simmer, der 1929 den ersten Wellendichtring für die Firma Freudenberg Sealing Technologies entwickelte.

Stanley-Messer

Egal ob Elektriker, Mechaniker oder Hobbybastler – jeder hat ein Stanley-Messer zuhause. Benannt nach dem Industriellen und damaligen Patent-Inhaber Frederick Trent Stanley, bietet aber nicht einmal mehr der ursprüngliche Hersteller STANLEY Messer unter diesem Namen an. Er nennt sie so, wie sie eigentlich heißen sollten: Cutter oder Messer mit Abbrechklinge