Am 26. Februar 2020 von Sebastian Reindl

Quinoa – Das Inkagetreide in der Steiermark

Seit die NASA im Jahr 1993 erforscht hat, dass sich Quinoa sehr gut als mögliche Nahrungsquelle für Siedlungen auf anderen Planeten eignen würde, gewinnt das sogenannte Pseudo-Getreide langsam international an Bedeutung. Seit kurzem wird Quinoa auch von heimischen Landwirten angebaut.

Quinoa ist eine genügsame, aber ertragreiche Kulturpflanze, die zu 95% in der Andenregion in Südamerika angebaut wird und dort sehr gut auf trockenen, nährstoffarmen Böden wächst. Die Pflanze bildet in den Ähren ca. 1-2 mm große Körner aus, die in der Andenregion – vor allem in Peru und Bolivien – als wichtiges Grundnahrungsmittel dienen. Der Hektarertrag liegt bei etwa 9dt/ha. Sie kann auch mit leichten Frostperioden gut umgehen und gedeiht in den Anden in Lagen bis zu einer Höhe von 4000 Metern.

Die Körner sind glutenfrei und können wie Getreide verwendet werden. Enthalten sind hochwertige Proteine, essentielle Aminosäuren, eine hohe Konzentration an Vitaminen und ein großes Spektrum an Mineralstoffen.

Da die Nachfrage in den letzten Jahren stärker als das Angebot gestiegen ist, hat auch der Verkaufspreis dementsprechend angezogen. Diese Situation, verbunden mit der Nachfrage vieler Kunden nach regionalen Produkten, führt dazu, dass auch österreichische Landwirte mit dem Anbau experimentieren.

Quinoa-Anbau in Österreich

Silvia und Claus Egger wohnen im weststeirischen Ort Stein und experimentieren bereits seit einigen Jahren mit dem Anbau. Die erste Aussaat erfolgte im Jahr 2017. Laut Silvia Egger war der Anbau nicht ganz einfach: „Es erforderte mehrmaliges Unkrauthacken mit einem Kleintraktor und auch Handarbeit, um den kleinen Quinoasprösslingen ihren Platz von Mitstreitern freizuhalten.“ Nach der Aussaat im Mai entwickelte sich die Pflanze auf eine Wuchshöhe von 1,30 m. Die größte Herausforderung war es „die kleinen Samenkörner von Unkrautsamen und Gräsern sauber zu trennen und anschließend zu schälen.“ Das Schälen der Körner ist notwendig, da die Schale den Bitterstoff Saponin enthält, der in größeren Mengen schädlich für die Verdauung sein kann.

Teller mit Quinoa (Quelle: Pixabay/Evita Ochel)

Wie bei allen neuen Unternehmungen, gibt es auch beim Quinoaanbau so manche Rückschläge. Im zweiten Jahr war der Anbau aufgrund eines Nässestaus nicht geglückt, doch Silvia Egger hat nie daran gedacht das Projekt aufzugeben: „Am 18. September konnten wir inmitten der vielen Unkräuter einige Quinoapflanzen von Hand ernten, zu Hause trocknen und somit noch einige Kilo Quinoa sicherstellen.“

Nach der ertragreicheren Ernte 2019 wird der österreichische Quinoa erfolgreich im hofeigenen Laden verkauft.

Unser Lieblingsrezept mit Quinoa findest du hier.
Das Quinoa der Familie Egger findest du hier.