Von Richard Rüster

Trainieren in der Werkstatt: Das Handwerk-Out

Pünktlich zum Ende der Strandsaison zeigen wir euch die besten Übungen, um den Body auch in den kalten und keksreichen Monaten in Form zu halten und nebenher das nächstes Projekt am Haus zu finishen. Denn beim Handwerk-Workout arbeitet man nicht unproduktiv gegen die Schwerkraft. Nein, damit bringt ihr auch g’scheit was weiter!

Wieso ins Fitnessstudio gehen, wenn du als Handwerker genug Trainingsmöglichkeiten in der Werkstatt hast? Stemmeisen statt Eisenstemmen! Und überhaupt: Wer braucht noch Training, wenn er sowieso hackelt? Unsere kreativen Übungen sind gleichermaßen für Crossfitfreaks, Lumbersexuals und DIY-Möchtegern-Hipster geeignet, die den Lauch auf dem Feld sehen wollen und nicht im Spiegel. Unser Model Ger zeigt euch wie es geht.

1. Stammheben

Zum Warmwerden ein einfaches Stammheben, aufgepeppt mit einer kleinen Dosis Zahlenakrobatik. Rücken gerade lassen, angestrengt schauen und im Hebevorgang mal eben die Gewichtsberechnung für das Set machen: „Holzart Fichte, also eine Dichte von 465 kg pro m³, dann mal 5,10 m Länge und 52 mm Stärke, mal 4 Bloch, dann noch mal 32 cm Breite im Schnitt minus den Kantenabzug und plus die Lagerhölzer und noch mal 8 Wiederholungen…“

2. Bockhürdenlauf

Kein Bock? Ach was, in der Werkstatt gibt’s immer irgendwo Böcke. Nimm die Schragerl und fordere die Kollegen zum Bockhürdenlauf heraus. Zu gewinnen gibt es einen Krankenschein, der dir mindestens ein vier-Tage-Wochenende garantiert.

4. Meterstabhochsprung

Da der Handwerker sein Messwerkzeug immer griffbereit hat, ist der Meterstabhochsprung die schnelle Übung für Zwischendurch. Man suche sich ein ambitioniertes Sprungziel, Weichholz zur sanften Landung und ab geht die Post.

5. Hobelbankdrücken

Hobelbank statt Hantelbank: Als Brustmuskelübung unverzichtbar ist das Hobelbankdrücken. Leider unglaublich nervtötend für jeden Kollegen der gerade daran arbeitet.

6. Kreuzheben

Der Klassiker für Rücken und Oberschenkel und das auch abseits der Osterzeit: Kreuzheben. Die wahrscheinlich älteste Übung in unserem Trainingskatalog wird Jesus von Nazareth zugeschrieben (von Beruf Zimmermann), der diese Praxis schon vor mehr als zwei Jahrtausenden im antiken Jerusalem ausgeübt haben soll.

7. Ab ins Solackrium

Kunst am (Körper-)Bau: Ganz wichtig für alle, die auf Montage fahren, ist natürlich ein sexy ausdefiniertes Maurerdekolleté. Ebenso muss der Tan auf der Brust stimmen. Im Sommer wird zunftgemäß oberkörperfrei gearbeitet, im Winter muss mit einem PUR-Lack nachgeholfen werden. Als Farbton empfehlen wir ein fröhliches Eidottergelb, aber eigentlich eignet sich alles, was laut RAL-Tabelle dunkler als Hautfarbe ist. Mit der Spritzpistole gleichmäßig verteilen. Pinseln geht zwar auch, hinterlässt allerdings zu viele Haare, die im Anschluss mühsam nachrasiert werden müssen.

8. Masse aufbauen

Die wohlverdiente letzte Übung des Tages: Das einarmige Reißen am vollgespanten Zweiliterkrug. Auch hier gilt: Rücken gerade halten, Kehlkopf langsam öffnen und je nach Trainingsstand die zugeführte Menge langsam erhöhen. You gotta eat big to get big. Also immer rein mit dem Zeug.

PS: Manchmal leeren wir auch einfach Bier rein.