Da baut sich was zusammen: Landmaschinen aus Lego

Leitner Andi
Fendt 1000 Vario aus Lego in einer Legolandschaft

LEGO-Steine haben zwei Talente. Erstens: Sie liegen immer genau so, dass man drauftritt, wenn man barfuß vorbei huscht. Und zweitens: Man kann so ziemlich alles damit bauen. Martin Merhof aus dem deutschen Waldeck am Edersee hat das auf die Spitze getrieben und nicht nur zahlreiche Landmaschinen aus Lego kreiert, sondern auch einen ganzen Straßenzug.

Leitner Andi
1.6.2020

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in Unterhaltung, Technik

Eines wollen wir gleich zu Beginn mal klarstellen: Martin Merhof ist ein erwachsener Mann. Dass er mit seinen 50 Jahren noch immer mit Klemmbausteinen (so heißen Legosteine in echt) „spielt“, wird von Familie und Freunden mittlerweile aber „anerkennend zur Kenntnis genommen“, wie er selbst meint. Völlig verständlich meinen auch wir, denn der Verwaltungsbeamte hat in den letzten Jahren eine ganze Reihe an funktionalen Landmaschinen aus Lego gebaut, die den Vergleich mit ihren Originalen nicht scheuen müssen. Allen voran der ZUNI-X-TRAC inklusive Gülleverteiler, den er mittlerweile auch offiziell über sein Unternehmen „agrobricks“ vertreibt. Insgesamt besteht er aus aus 1103 Teilen.

Der Stein des Anstoßes: Keine Lego-Landmaschinen

Begonnen hat die ganze Geschichte vor acht Jahren mit einem kleinen Problem: Der „Große Bauernhof“, ein offizielles Lego-Set, war Martin und seiner Tochter einfach nicht groß genug. „Da sagten wir uns beide, das können wir besser. Und nachdem die ersten größeren Bauernhöfe gebaut waren, mussten dann auch Maschinen, Anhänger und Traktoren her“, erzählt Martin. Aus den einfachen Modellen zum gemeinsamen Spielen entwickelten sich immer detailgetreuere Nachbauten von verschiedensten Landmaschinen. Auf einer Fachmesse 2017 präsentierte er dann erstmals eine seiner Kreationen: einen Lego Fendt 1000 Vario.

Ein Fendt 1000 Vario aus Lego

Ein Jahr lang hat Martin Merhof an diesem Modell getüftelt: Ein Fendt 1000 Vario.

Foto: © Martin Merhof

Da bleibt (fast) jeder Stein auf dem anderen

Aber für wen sind diese Modelle jetzt gedacht? „Meine Modelle sind grundsätzlich bespielbar - aber erst ab einem bestimmten Alter. Man sollte schon wissen, dass manche Bautechniken an der ein oder anderen Stelle filigran sind. Ich bemühe mich aber, "Sollbruchstellen" soweit wie möglich zu vermeiden“, so Martin, „Aber natürlich sind sie eher etwas für Sammler, weil der entstehende Aufwand dann doch nur Preise rechtfertigt, die jenseits eines reinen Spielmodells sind.“

Die größte Herausforderung bei der Kreation ist übrigens der kleine Maßstab: „Bei den funktionalen Details muss man sich in dieser Modellgröße beschränken. Ein Frontlader sollte beispielsweise senk- und hebbar sein und auch die Front- und Heckhydraulik müssen dazu geeignet sein, Geräte anzubauen.“

Ein Diorama mit Lego Landmaschinen auf der BrickingBavaria

Ein LEGO-Paradies auf zehn Quadratmetern: Die Wilhelmstraße aus Martins Heimatort.

Foto: © Martin Merhof

Anleitung für LEGO Bauer

Neben dem ZUNI-X-TRAC und dem Fendt 1000 Vario hat Martin auch viele weitere Modelle zur „Serienreife“ gebracht, darunter einen Claas Xerion, mehrere John-Deere-Traktoren und Anbaugeräte wie ein Annaburger Miststreuer. Die Bauanleitungen dazu sind auf dem LEGO Fan-Portal rebrickable.com zu haben. Da es dazu aber nicht nur viel Geduld, sondern auch eine extrem gut sortierte Lego-Kiste braucht, plant Martin auch, weitere Komplett-Sets auf den Markt zu bringen. Dazu ist er bereits mit verschiedenen Originalherstellern in Kontakt.

Dass nach Landmaschinen aus Lego aber längst noch nicht Schluss ist, hat Martin auch auf der „Bricking Bavaria“ im letzten November gezeigt: Auf 10 Quadratmetern hat er einen ganzen Straßenzug seines Heimatortes nachgebaut. Wer braucht da noch Minecraft oder den Landwirtschaftssimulator?

Titelbild: © Martin Merhof